Freitag, der 16. Dezember 2011
Mein heutiges PS handelt von der Vorfreude auf Weihnachten, einem schönen Theaterabend, häuslichen Katzen und mal schauen … in ungeordneter Reihenfolge: „Regenwetter“ – das macht die Katze nicht so froh. Zu Dritt sitzen sie vor der Katzenklappe und überlegen, ob sie ihre zarten Körper den Tropfen aussetzen sollen. Oder sie lungern alle gemeinsam in der Nähe der Futternäpfe – aber am liebsten immer in meinen Laufwegen. Und in den letzten Tagen bin ich aus Versehen schon einmal auf die eine oder andere Pfote getreten. Sie waren not amused, ich konnte sie aber dann doch mit Leckerchen wieder beruhigen. Gestern war ich mal wieder im Theater – na ja – zum zweiten Mal im gleichen Stück und doch immer wieder lustig – Sehnsucht. Ich kam beschwingt und etwas angetrunken aus der Vorstellung habe mich nett mit dem Taxifahrer unterhalten – ein rundum gelungener Abend!!!! Nun ist es noch eine Woche, dann ist der ersehnte Tag da. Ersehnt aus vielerlei Gründen – zum einen, weil die Geheimniskrämerei ein Ende hat. Ersehnt aber auch, weil ich mich auf die überraschten Gesichter freue. Dabei erinnere ich mich mit Grausen an einen Weihnachtsabend vor vielen Jahren. Mein größter Weihnachtswunsch war eine „Mofa“. Alle meine Freundinnen und Freunde hatten so eine Maschine – nur ich strampelte immer noch auf meinem dunkelroten Kinderfahrrad durch die Gegend. Na ja – Kinderfahrrad – so ein Zwischending zwischen Kinder- und Erwachsenenrad. Auch das war schon heiß erkämpft worden – aber das ist eine andere Geschichte. Zu Hause gab es große Geheimniskrämereien und es war üblich, dass das Glöckchen zur Bescherung klingelte, wir unsere Gedichte oder Lieder sangen, um dann in dem nur von Kerzen erhellten Raum Ausschau nach unseren Geschenken zu halten. Und was soll ich sagen – unter dem Baum lag ein unförmiger Haufen, von einer Decke eingehüllt. Mein Herz schlug bis zum Hals und doch musste ich warten, bis ich die „Enthüllung“ vornehmen durfte. Dann kam der große Moment. Ich zog die Decke weg und meine Enttäuschung – ich kann sie gar nicht mit Worten beschreiben – brach sich Bahn mit den Worten: „Ein Klappfahrrad – das könnt ihr selber behalten.“ Da war Weihnachten gelaufen. Meine Mutter weinte, mein Vater zuckte mit den Schultern – der Kartoffelsalat und die Würstchen schmeckten schal und ich schwöre, dass ich dieses Fahrrad nicht einmal benutzt habe.
Jetzt bin ich noch ein wenig müde – das ist meinem gestrigen Exzess geschuldet – mal sehen was nachher die Küche so hergibt – oder ein kleiner ergänzender Einkauf? Ich hoffe, dass es dann nicht mehr regnet.