Dienstag, 29. November 2011 Lieber Leser, ein schnelles PS – so mal zwischendurch. Es handelt heute von Mundraub, dem Tod eines meiner liebsten Kabarettisten und anderen Dingen. Ja, gestern sah ich doch sehr selbstzufriedene Katzen an mir vorbeilaufen – das gewöhnliche Futter wurde verweigert, selbst der übliche Ruf „Leckerchen“ wurde mit Gähnen quittiert. Den Grund dafür fand ich dann in der Küche: Hatten sie mir doch in gemeinsamer Arbeit die frisch gebratenen Bratwürstchen aus der Pfanne geklaut. Ich war not amused. Tja – aber selber schuld. Zum anderen Thema: Hier mein persönlicher Nachruf auf Georg Kreisler, einer meiner Lieblings-Kabarettisten. Er hat mich so viele Jahre begleitet und mit seiner Sprachgewandheit begeistert. Wer kennt nicht „Tauben vergiften im Park“, „Zwei alte Tanten“ oder „Das Triangel“, „Der General“. Ich konnte mir seine Texte wunderbar merken und ergötze mich immer noch an Sätzen wie: Ein alter Perser tief in Teheran sah sich eines Tags die Zauberflöte näher an und trotz Hungerödemen, Rachitis und Ruhr studierte er die Partitur und rief noch im Sterben mit brechendem Blick wie wunder-, wunder-bar ist doch Musik … / oder … ein blasser Nasser starrt ins Wasser, dass er lang schon nicht mehr kennt und weicht vom Mittelmeer kein Drittel mehr zurück. Aber besonders beeindruckt hat mich sein Lied von der Heimatstadt „Gelsenkirchen“, das hat die damaligen Stadtväter nicht erfreut. Ich mochte seinen schrägen Humor und werde seine Beiträge zum „Leben“ sehr vermissen. So rechte Weihnachtsstimmung will gar nicht bei mir aufkommen. Die Sonne scheint, mir ist eher nach Eis essen als nach Glühwein. Und trotzdem – tief Luft geholt und gleich in die Küche, den immer noch leckeren Leipziger Stollen geschnitten und dann wieder ab an die Arbeit. Bis die Tage.