Impressionen aus Irland boten der Erzähler und Percussionist Harald Jüngst (l) und das Duo Finetune (Helga und Peter Supplieth, r. in einem stimmungsvollen „Sommer-Rendezvous nach Ladenschluss“ in der bis oben auf die Empore gefüllten Evangelischen Stadtkirche. Foto: HEIKO KEMPKEN

Irland Mystik und Musik
Den Tag und die kommende Saison im Fokus
– Bevor die Musik irisch wurde, sangen alle „Happy Birthday“ für Doris Regorz, die in der Pause ihren Geburtstag mit der Bewirtung der Besucher vor der Kirche verbrachte
– Vor dem Rendezvous ist nach dem Rendezvous: Das neue Programm der Saison 2017/2018 ist gedruckt und wird auch hier in der NRZ demnächst ausführlich vorgestellt.
200 Besucher ließen sich im „Sommer-Rendezvous nach Ladenschluss“ in und vor der Evangelischen Stadtkirche Land und Leute der grünen Insel näher bringen

Von Bettina Schack
Dinslaken. Auf dem grünen Tuch, das vom Altar herabhängt zeichnet sich ein großes St. Patrick’s Kreuz ab: Sichtbar stand das „Sommer-Rendezvous nach Ladenschluss“ des Fördervereins Kultur und Ev. Kirche Dinslaken im Zeichen Irland. Mythen und Märchen, moderne Anekdoten und vor allem Musik. Wenn dann noch Wein und leckeres Selbstgemachtes in der Pause locken, ist das Publikumsinteresse garantiert.

Rund 200 Besucher kamen am Dienstagabend in die Ev. Stadtkirche: ,,Besucherrekord“, freute sich der Vereinsvorsitzende Gerhard Greiner.

Helga und Peter Supplieth wohnen in Issum. Aber wenn sie zu Whistle, Knopfakkordeon und irischem Bouzouki greifen, wird der Niederrhein zur grünen Insel. Gefühlvolle Airs drücken das Empfinden der Menschen angesichts der Erhabenheit der uralten irischen Landschaft aus, für die es kein gesprochenes Wort gibt, rasante Jigs und Reels übertragen die Heiterkeit und Lebensfreude der Menschen in den Pubs und bei Festen auf jeden Hörer.

Peter Supplieth singt mit einer hellen, weichen Folkstimme, die vor allem beim a capella gesungenen Abschiedslied in der Kirche zur Geltung kommt. Helga Supplieth legt nicht nur auf dem Akkordeon, sondern auch auf der großen Whistle eine Fingerfertigkeit an den Tag, die beeindruckend ist. Finetune – der Name ist Programm. Und wenn dann noch Harald Jüngst die Bodhran, auf der er den irischen Tänzen noch mehr Fahrt verlieh, beiseite legt und zu Akkordeon und Gitarre auf der Handpan spielt, weht der Zauber keltischer Mystik durch die Stadtkirche.

Ein Zauber, der auch die Geschicke in den Geschichten lenkt, die Harald Jüngst, frei, ausladend und mit viel Improvisation und direkter Ansprache des Publikums, erzählte. Da gibt eine Moorkatze ihrem bettelarmen Retter Paddy ein scheinbar nutzloses Geschenk, das zu nichts zu gebrauchen ist. Außer, dass sich dieses Zauberkästchen im richtigen Moment mit Salz füllt.Salz für den Hirschbraten, für das der König leichtherzig sein Königreich herzugeben bereits ist: Das Happy End für Paddy und die schöne Prinzessin.Die Iren und ihre Zauberwesen: Das scheint sowieso ein ganz besonderes Verhältnis zu sein. Und wer richtig auf Zack ist, schafft es auch, mit nur einem gewährten Wunsch einer Dschinny gleich drei Menschen glücklich zu machen. Wenigstens früher war das so. Heute, so berichtet Jüngst, der teils in Duisburg, teils in Donegal lebt, kann man sich schon glücklich schätzen, eine Fährfahrt bei Windstärke 10 mit Humor zu überstehen. Und das Gold? Während der Zugabe von Finetune draußen vor der Stadtkirche am Getränkestand verschenkt Jüngst an die Besucher 1-Cent-Stücke. Der Wert ist vor allem ideell, die irische Harfe auf der Rückseite ist eine kleine Erinnerung an ein stimmungsvolles „Sommer-Rendezvous nach Ladenschluss“.